Mirjam Gurtner & Ensemble
In Floret Silva (Forest Flower) erkundet die Choreografin und Performerin Mirjam Gurtner gemeinsam mit Mouafak Al Doabl und Yen Lee die Fragilität von Mensch und Natur. Zu einer dekonstruierten Version von Carmina Burana mit ihrer Beschwörung des Spiels der Fortuna setzt die Performance Lust, Intimität und Gemeinschaft in Beziehung zu Vergänglichkeit und Verletzlichkeit.
Für das WALDEN Festival wird die Arbeit ortsspezifisch im Wald verankert. Innerhalb der fortwährenden Kreisläufe der Natur verbindet sich der Tremor mit der Möglichkeit von Erneuerung und Veränderung.
Adam Goodwin
Adam Goodwin ist ein in Berlin lebender Komponist, Kontrabassist, Multiinstrumentalist, Multimedia-Künstler und unabhängiger Forscher. Ausgebildet in klassischer und zeitgenössischer Kontrabass-Performance, bewegt sich seine Arbeit zwischen experimenteller Musik, audiovisueller Praxis und bildender Kunst. Goodwins Praxis ist eng mit der natürlichen Umgebung verbunden. Regelmäßig unternimmt er Touren und Exkursionen in Wildnisgebiete und Naturparks, wo er komponiert, improvisiert, filmt, aufnimmt und Material sammelt. Seine Kompositionen erforschen Mikrotonalität, Resonanz, Textur und die Wahrnehmung der Zuhörenden und verbinden dabei häufig grafische Notation, Text und traditionelle musikalische Notation.
Als Performer tritt er sowohl solo als auch mit Ensembles auf, darunter ensemble unitedberlin, Zafraan Ensemble, BulCanto Choir, Circuit Training Ensemble und Kollektiv Unruhe.
Laure Gilquin & Ray Kaczynski
In "C’est Un Roc" wird Papier über Holzrahmen gespannt: Große Rahmen dienen als Zeichenflächen, kleinere werden zu Instrumenten, mit denen Klänge erzeugt werden. Aus dieser einfachen Anordnung entsteht die Geschichte eines Felsens: unerschütterlich, bis er eines Tages zu beben beginnt.
Text, Zeichnung und Klang greifen ineinander und öffnen einen Raum, in dem Vibrationen, Risse und Veränderung erkundet werden. Statt sich der Bewegung entgegenzustellen, lädt die Arbeit dazu ein, ihr zu folgen. Die Dinge zittern zu lassen.
Laure Gilquin, 1981 in Paris geboren, arbeitet seit 2006 als Künstlerin in Berlin. Ihre Praxis entwickelt sich aus Beobachtungen, Reisen und Kollaborationen und nimmt Form an in Fotografien, Zeichnungen und fragilen Installationen mit Ton, Glas und Klang. Ray Kaczynski, 1960 in Detroit geboren, arbeitet seit 1994 als Musiker und Komponist in Berlin. Seine Arbeit reicht von leiser Musik bis zu maximalistischen Formen, von reinen Tönen und Geräuschen bis zu Jazz, Weltmusik und groovebasierter Musik.
David Kummer & DISCOllective
David Kummer & DISCOllective entwickeln Planthropausescene als ortsspezifische, öko-choreografische Tanzpraxis, die den Blick vom individuellen Körper hin zur Landschaft, zum pflanzlichen Leben und zur umgebenden Umwelt verschiebt. Die Praxis versteht den Ort selbst als Studio und lädt zu Pausen, Ruhen, Verdauen, Eintauchen und Tanzen ein, als Möglichkeiten, in eine durchlässige Beziehung zwischen Körper und Welt zu treten. Im Zentrum steht ein choreografischer Prozess des Werdens: responsiv, situiert und aufmerksam gegenüber dem, was zwischen Körper, Erde, Imagination und Wahrnehmung entsteht. David Kummer ist ein in Berlin lebender Tänzer, Choreograf und Shiatsu-Praktiker, dessen Arbeit räumliche Tanzpraktiken erforscht. DISCOllective untersucht in spielerischen Performances Rollen, Situationen und Formate zwischen Tanz, Performance, Spiel, Choreografie, Installation und Workshop.
Cottbusser Chor & Nicholas Bussmann
Der Cottbusser Chor ist ein 2014 gegründetes Vokalensemble und Performancekollektiv, dessen Mitglieder 13 Sprachen sprechen und aus unterschiedlichen musikalischen Hintergründen kommen. Diese Vielstimmigkeit prägt die algorithmusbasierten Kompositionen des Chors, in denen Sprachen, Gesten, Akzente und Betonungen selbst zu musikalischem Material werden. In Arabische Zahlen / Post-National Relaxation Exercise No. 2 fragt der Chor, wie wir uns auf eine Zeit nach dem Zusammenbruch von Nationalstaaten vorbereiten könnten: Wie lässt sich ohne feste Bezugssysteme lernen? Wie können Grenzen überschritten werden? Und welche sozialen Fähigkeiten brauchen wir, um einen Übergangszustand zu bewohnen, in dem eine alte Ordnung zerfällt und eine neue noch nicht Gestalt angenommen hat?
m preis
m preis fka rouge-ah ist Komponist*in, Harfenist*in, bildende Künstler*in und Autor*in. Im Zentrum der aktuellen Recherche stehen Träume, Albträume und andere Störungen des Schlafs. Die wichtigsten Instrumente sind akustische und elektrische Harfe, aus denen ungewöhnliche, dem Instrument eher fremde Klänge herausgearbeitet werden. Seit dem Umzug nach Berlin im Frühjahr 2022 ist m preis regelmäßig an einigen der experimentierfreudigsten Live-Musik-Orte der Stadt zu erleben: mit elektrischer Harfe und Effektpedalen zwischen rauchigen Underground-Kellern, kleinen Neuköllner Plattenläden und der Berghain Kantine. Dabei entstehen frische und unerwartete Klangwelten, von zarten, vielschichtigen Harfentönen bis zu Feedback, Verzerrung und rauschhaften Klangmassen, in denen sich beinahe ein ganzes Orchester oder ein Chor zu verbergen scheint.
Mariechen Danz & Gediminas Žygus
Mariechen Danz und Gediminas Žygus arbeiten an der Schnittstelle von Stimme, Sound und Installation. Danz untersucht in ihrer künstlerischen Praxis den Körper als Ort von Wissen und Weitergabe. Dabei greift sie auf mündliche Überlieferungen zurück und aktiviert ihre skulpturalen Umgebungen häufig durch gesprochene und gesungene Performances. Žygus, Künstler*in und Komponist*in entwickelt klangliche Strukturen zwischen Erzählung, Atmosphäre und körperlicher Erfahrung. Für WALDEN präsentieren sie eine performative Geste zwischen Gesang und Storytelling bei. Aus ihrer fortlaufenden Zusammenarbeit heraus verbindet die Arbeit Rhythmus und narrative Fragmente und öffnet einen Raum, in dem Klang zu einer Form von verkörpertem Wissen und geteilter Aufmerksamkeit wird.
Witch ’n‘ Monk
Witch ’n’ Monk ist das Duo des kolumbianischen Flötisten Mauricio Velasierra und der britischen Sopranistin und Gitarristin Heidi Heidelberg. Mit traditionellen lateinamerikanischen Flöten, unkonventionellem Gesang, E-Gitarre und eigens entwickelter Elektronik schaffen sie eine unverwechselbare musikalische Sprache zwischen Komposition und Improvisation.
Ihr Sound bewegt sich über Genregrenzen hinweg und verbindet radikal verfremdete Flöten, anarchischen Sopran, analoge Elektronik und einen Jazz-Punk-Hybrid aus Gitarre und Bass. Witch ’n’ Monk arbeiten mit Kontrasten wie Dunkelheit und Licht, Punk und Romantik, freier Form und komplexer Struktur und sind gleichermaßen in Jazz, zeitgenössischer Klassik, DIY- und Underground-Kontexten zuhause.
Ihr aktuelles Album OUTFOX erschien 2025 bei FLUID FORM CLUB. Ihr 2020 veröffentlichtes Album Witch ’n’ Monk, erschienen auf John Zorns Label Tzadik Records, wurde vom Guardian zum Contemporary Album of the Month gewählt und mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Crossover ausgezeichnet.
Saba Alizadeh
In seiner neuen Live-Performance "A Thousand Bodies Live Within Me" reflektiert Saba Alizadeh die Brüche und Erschütterungen der vergangenen Jahre: Kriege, Aufstände, Vertreibung und die leisen psychischen Nachbeben, die sie hinterlassen. Die Arbeit ist besonders in den Realitäten Irans verwurzelt, erzählt Ereignisse jedoch nicht direkt. Vielmehr bewegen sich ihre Spuren unter der Oberfläche wie eine unsichtbare Strömung. Durch manipulierte Field Recordings, Archivklänge, bearbeitete Stimmen und den transformierten Schrei der Kamancheh verwebt Alizadeh eine Klanglandschaft, in der persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind. Einige Stücke entstehen aus den Klängen der Ereignisse selbst, andere aus den emotionalen Rückständen, die sie in ihm hinterlassen haben. Die Performance entfaltet sich als lebendige Vibration: ein Raum, in dem Zittern zu Bewegung wird, Stille zu Spannung, und ferne Brüche noch lange nach dem Moment ihres Geschehens im Körper nachhallen.
Laura Robles & Gustavo Obligado
Tripas ist ein in Berlin ansässiges Duo von Laura Robles und Gustavo Obligado, das afro-peruanische Perkussion, Klarinette, Live-Elektronik und klangliche Forschung miteinander verbindet. Robles erweitert den Cajón durch elektronische Eingriffe, Loops und fragmentierte Klangtexturen, während Obligado mit Klarinette, Effektpedalen, Drones und Resonanzen offene Klangräume entstehen lässt. Aus der Begegnung von Robles’ Projekt Antigroove und Obligados improvisatorischer Praxis entwickelt Tripas eine Musik, die auf repetitiven Pulsen, Drones und allmählichen Transformationen basiert. Improvisation spielt dabei eine zentrale Rolle: Rhythmen verschieben sich, zerfallen und ordnen sich neu, während die Grenzen zwischen Instrument, Umgebung, Geräusch und Elektronik zunehmend verschwimmen.
Otto Oscar Hernandez Ruiz & SHIN Hyo Jin
Seit der zweiten Ausgabe des WALDEN Festivals begleiten Otto Oscar Hernandez Ruiz und SHIN Hyo Jin das Festival mit performativen Interventionen. Sie treten dabei als Guides, Boten und wandelbare Figuren innerhalb der Festivallandschaft auf.
Otto Oscar Hernandez Ruiz ist ein in Kuba geborener Künstler und Architekt, dessen Praxis sich zwischen Malerei, Zeichnung und Performance bewegt und häufig die Wahrnehmung und Transformation von Umgebungen und Landschaften untersucht. SHIN Hyo Jin ist eine in Berlin lebende Musikerin, Performerin und Kulturkuratorin, deren Arbeit auf traditionellen koreanischen Musik- und Performancepraktiken aufbaut und daraus zeitgenössische Ausdrucksformen entwickelt.
Gemeinsam schaffen sie performative Situationen zwischen Klang, Geste, Kostüm und ritualisierter Präsenz.
mokeyanju
mokeyanju ist interdisziplinäre Künstlerin, Tänzerin, Dichterin, Radiomoderatorin und DJ/Vinyl-Selector. Ihre Praxis ist in Rhythmus, Bewegung und transnationalen Klanggeschichten verwurzelt. Beeinflusst von Hip-Hop, Fújì, Highlife, Ndombolo, House und perkussionsbasierter Musik verbindet sie Platten, Field Recordings und musikalische Traditionen aus Afrika, der Karibik und darüber hinaus. Seit 2016 ist sie leidenschaftliche Crate Diggerin. Ihre Sammlung umfasst Musik aus Nigeria, Tansania, Kenia, dem Kongo, Brasilien, Trinidad & Tobago und weiteren Regionen und zeichnet Verbindungen zwischen Highlife, Calypso, Benga, Soukous, Rumba und Electronica nach. Als regelmäßige Host der Breakfast Show bei Refuge Worldwide ist mokeyanju für genreübergreifende Sets bekannt, die von polyrhythmischer Energie und intensiver musikalischer Recherche geprägt sind. Sie ist international aufgetreten, unter anderem für Dekmantel Selectors, EGWÚ Records und gemeinsam mit Künstler*innen wie The Cavemen, mit Auftritten in Afrika, Europa, der Karibik und Südamerika.
Hannes
Hannes begann bereits als Teenager bei Fatplastics aufzulegen, einem Ort, der sich für ihn bis heute wie ein Zuhause anfühlt. Dort lernte er früh, wie unterschiedlich elektronische Musik klingen kann, je nachdem, wie man sie spielt. DJing versteht er als eine Art Gespräch zwischen Tracks, Sounds und Momenten. Daraus entstehen Sets, die sich ständig verändern und manchmal leise neue Perspektiven eröffnen.
Mina Mohseni
Mina ist derzeit Fellow am KHF und präsentiert eine multimediale Installation, die Videoprojektion, Licht, reaktive Sensoren, Sound und eine physische Maquette miteinander verbindet. Die Arbeit untersucht die Stadt als vielschichtigen Raum von Erinnerung, Bewegung und Imagination, geprägt von historischen Strukturen ebenso wie von alltäglichen menschlichen Gesten. Ausgehend von William Blakes mythischer Stadt "Golgonooza" verknüpft das Projekt Live-APIs aus Isfahan, wo die Künstlerin zuvor lebte und forschte, mit Berlin, ihrem aktuellen Wohnort. Aus diesen Daten entsteht eine neue imaginäre Karte, in der sich verschiedene zeitliche und räumliche Ebenen miteinander verweben. Die Installation betrachtet die Stadt nicht nur als geografischen Ort, sondern auch als inneren und symbolischen Raum: als ein sich stetig veränderndes Feld, das durch Wahrnehmung, Macht, Nutzung und Erinnerung geformt wird. Statt die Stadt als einheitliche Identität zu begreifen, versteht "Golgonooza in Isfahan" sie als Ort von Konflikt, Fragmentierung, Beharrlichkeit und fortwährend entstehenden Möglichkeiten.
Meline Saoirse & Claudia Bachmann
Eine Videoinstallation, entwickelt von der Performerin und Soundkünstlerin Meline Saoirse gemeinsam mit der Filmemacherin und bildenden Künstlerin Claudia Bachmann. Meline war Artist in Residence am KHF, Claudia lebt und arbeitet seit vielen Jahren hier.
Die Installation entfaltet sich als rituelle Performance und untersucht die Beziehung zwischen Körper, Klang, Erinnerung und Wahrnehmung. Durch Bewegung, Stimme, Vibration und symbolische Handlungen entsteht ein konzentrierter Raum, in dem körperliche Präsenz, innere Bilder und sinnliche Erfahrung miteinander in Beziehung treten.
Ausgehend von Tanz, somatischer Praxis, Sound und rituellen Formen lädt die Arbeit die Besucher*innen zu einem stillen Prozess von Aufmerksamkeit, Transformation und Loslassen ein.
Eleni Tongidou
Eleni Tongidous Arbeit bewegt sich zwischen Material, Körper, Umgebung und den Systemen, die zwischen ihnen wirksam werden. In materialbezogenen, räumlichen und forschungsgeleiteten Prozessen beschäftigt sich ihre Praxis mit organischen Vorgängen, räumlichem Gedächtnis und infrastrukturellen Kräften. Dabei entstehen instabile Felder, in denen menschliche Präsenz nur ein Rhythmus unter vielen ist. Über mikroskopische, geologische und mehr-als-menschliche Maßstäbe hinweg erscheinen Beziehungen als etwas, das gespürt, getragen und transformiert wird.
In Tremor Body, entwickelt für Walden VI, löst sich die Stimme als Vibration vom Körper. Ausgehend von einer Umkehrung der Wahrnehmung richtet die Arbeit ihre Aufmerksamkeit auf den Wald als wahrnehmendes Feld. Durch kleine Klangquellen und skulpturale Formen hindurch faltet die Vibration menschliche Präsenz in eine größere Ökologie der Resonanz ein.
LINE-UP 2026
LINE-UP 2026
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